Jolina

Seit September 2019 arbeite ich als Bundesfreiwilligendienstleistende in einer Heilpädagogischen Tagesstätte für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf. Die Kinder müssen in ihren jungen Jahren schon wirklich viel Negatives wegstecken und wurden nicht in so ein privilegiertes Leben wie ich hineingeboren. Die Kinder können nichts dafür, es ist das Umfeld in das sie geboren wurden, es sind ihre Eltern, die sich täglich streiten, es ist die viel zu kleine und schmutzige Wohnung in der sie wohnen…

 

Am Anfang meines Bfd Jahres habe ich das alles mit nach Hause genommen, konnte nicht schlafen und fühlte mich erdrückt und erschlagen von den Schicksalen der Kinder. Ich musste lernen mich zu distanzieren. Musste lernen Arbeit in der Arbeit zu lassen. Ich musste mich distanzieren und einen Weg finden, damit umzugehen ohne daran kaputt zu gehen. Das habe ich geschafft. Inzwischen kann ich den Jungs gut zuhören, wenn sie erzählen, was zuhause abgeht. Ich kann sie unterstützen und ihnen zeigen, wie wertvoll und toll sie sind.

 

 

Fabi

 

Ein ziemlich guter Freund hat mal gesagt: „Manchmal ist von etwas Abstand nehmen, auch ein Schritt nach vorne“. Genau das nehme ich mir immer wieder zu Herzen, wenn ich mich von etwas distanziere. Es gibt eine Sache in meinem Leben von der ich mich zwangsweise distanzieren musste, der Sport. Nach meinem Sportunfall im Jahre 2015 hieß es für mich Abschied nehmen vom Fußball, Abschied nehmen von dem Sport der mich seit meiner Kindheit fasziniert hat. Der Großteil meines Umfeldes weiß, dass ich leidenschaftlicher FC Augsburg Fan bin und auch immer wieder im Block stehe.

Aber nicht nur neben dem Platz war ich aktiv auch auf dem Platz. Angefangen beim DJK Hochzoll ging es über diverse kleine Vereine bis hin zu dem Verein meiner Kindheit. Jeden Tag Fußball zu spielen genau das war mein Ding, ich konnte mir nichts schöneres vorstellen als das. Doch wie schon erwähnt riss es mich dann komplett raus. Es ging von Arzt zu Arzt immer auf der Suche nach einer Möglichkeit doch wieder anfangen zu können. Drei Jahre später war es dann soweit, nachdem sie den „Übeltäter“ gefunden hatten operierten Sie mich erfolgreich an der linken Schulter. Von da an hatte ich wieder Hoffnung, es war ein ziemlich steiler Weg. Diverse Physiotherapeuten, ständige Arztbesuche und immer wieder Individualltraining. So sah mein Leben zu diesem Zeitpunkt aus, aber ich merkte auch dass es nicht mehr so ging wie früher. Ich kämpfte mich trotzdem weiter und entschied mich dann ein Jahr später auch die andere Seite kennenzulernen. An der Seitenlinie zu stehen und Kinder das beizubringen wofür ich stehe und brenne. Mittlerweile (jaja während Corona natürlich nicht) trainiere ich selbst eine E2 (also den Jahrgang 2010) und halte mich mit der A Jugend fit bis zum Saison Ende. Was danach ist steht noch vollkommen in den Sternen!

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