Das Titelthema dieser Ausgabe des TschäkBlogs ist „mental health“. Die meisten Menschen haben eine Vorstellung, was es damit auf sich hat: Depressionen, Zwangsstörungen und Stimmen im Kopf – vielleicht hast du diese ersten Assoziationen auch. Dabei ist mental health mehr als verschiedene Krankheitsbilder. Genauso wie die körperliche Gesundheit, ist die seelische Gesundheit (= mental health) wichtig für uns.

Mental health beschreibt einen positiven, gesunden und erstrebenswerten Zustand unseres Körpers.

 

„Mental health ist ein gesund-sein, in dem ein Mensch seine eigenen Stärken erkennt, mit dem normalen Stress des Lebens umgehen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu seinem Umfeld leisten kann.“

 

Laut der World Health Organization ist mental health mehr als die Abwesenheit von psychischen Erkrankungen oder Behinderungen. Eine gute seelische Gesundheit dreht sich nicht nur um das Vermeiden von Krankheiten, sondern lässt uns als Personen glücklich und gesund leben.

Deine eigene mentale Gesundheit kannst du ganz unterschiedliche fördern:

  • Pflege soziale Kontakte
  • trinke weniger Alkohol und konsumiere weniger Nikotin oder andere Drogen
  • Bewege dich und mach ein bisschen Sport
  • Hilf anderen Personen
  • Gehe zu normalen Zeiten ins Bett und schlafe genügend
  • Entwickle Möglichkeiten, mit Stress und Belastung umzugehen (Infos findest du hier und hier)

 

So gerne ich hier über ein gesundes und glückliches Leben schreiben würde – die Realität sieht oft anders aus. In Deutschland sind jedes Jahr etwa 27,8% der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Angststörungen (15,4 %), gefolgt von affektiven Störungen (9,8 %, unipolare Depression allein 8,2 %) und Störungen durch Alkohol- oder Medikamentenkonsum (5,7 %). [1]

Es ist zudem nicht von der Hand zu weisen, dass vor allem seit der Pandemie, die psychische Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gefährdet ist. Eine Studie von Forscher_innen der School of Public Health der Universität Bonn zeigt, dass die Häufigkeit von depressiven Symptomen sich während der Pandemie verdreifacht hat. [2] Die Isolation unsicheren Zukunfstprognosen machen viele anfällig für psychische Erkrankungen.

Es ist wichtig, auf Frühwarnzeichen von sich selbst oder Freund_innen und Verwandten zu achten. Eine rechtzeitige Behandlung oder Vermeidung einer psychischen Erkrankung kann dem_der Betroffenen viel Leid ersparen.

Das Erleben von einem oder mehr der folgenden Symptome kann ein Anzeichen einer sich anbahnenden psychischen Erkrankung sein:

  • Zu viel Hunger oder Appetitlosigkeit
  • Kontaktvermeidung
  • Aktivitäten, die Spaß gemacht haben werden vernachlässigt
  • Antriebslosigkeit
  • Emotionales Taubheitsgefühl (nichts mehr oder wenig empfinden)
  • Unerklärbare Schmerzen
  • Gefühl der Hoffnungs- oder Hilflosigkeit
  • Höherer Alkohol-, Nikotin- oder Drogenkonsum als üblich
  • Gefühl von Gereiztheit, Ärger, Zorn, Verunsicherung, Verwirrung, Vergesslichkeit, Angst oder Besorgtheit, ohne den Grund zu kennen
  • Streit mit Freunden und Familie
  • Unüblich große Stimmungsschwankungen
  • Gedankenspiralen (Gedanken oder Erinnerungen, die man nicht wegbekommt)
  • „Stimmen hören“ oder Gedanken an Dinge, die nicht wahr sind
  • Selbstverletzende Gedanken oder selbstverletzendes Verhalten
  • Gedanken, andere zu verletzen
  • Unfähigkeit, tägliche Aufgaben zu erledigen oder zur Schule oder zur Arbeit zu gehen

[3]

Solltest du ein oder mehrere Anzeichen erkennen, lohnt es sich, darüber zu sprechen. Oft braucht es keine Therapie, um dein mental health zu steigern. Spricht mit Freund_innen oder Verwandten darüber. Auch Schulpsycholog_innen oder Hausarzt_ärztin können dir nützliche Tipps geben oder Möglichkeiten aufzeigen, professionelle Hilfe zu bekommen. Manchmal kann der Leidensdruck so groß sein, dass Betroffene nicht auf einen Termin warten können. Unter den Rufnummern 0800-1110111 und 0800-1110222 bekommen Erkrankte und Angehörige Soforthilfe. Die Hotline ist täglich 24 Stunden erreichbar, anonym und kostenlos. Hier findest du weitere Infos, was Betroffene machen können.

Psychische Erkrankungen sind nichts, wofür man sich schämen muss oder was man verstecken sollte. Es ist okay nicht okay zu sein! Du bist nicht allein!

 

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in das Thema “mental health” geben. Bei Fragen, Problemen und Anregungen rund um’s Thema bin ich immer für euch erreichbar!

Euer Lukas

woehrle.lukas@outlook.de oder über Instagram @woe_lukas

 

 

Quellen

[1] https://www.dgppn.de/_Resources/Persistent/a2e357dac62be19b5050a1d89ffd8603cfdb8ef9/20201008_Factsheet.pdf

[2] https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2770146

 

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