Begegnung bedeutet „Zusammentreffen von Personen“

Insbesondere für Menschen mit intellektueller Behinderung sind Begegnungen in Verbindung mit gemeinsamen Tun und Aktionen leichter. Momentan ist dies aber nicht möglich.

 

Was bedeutet das für Menschen mit vor allem intellektueller Beeinträchtigung?

Unserer Erfahrung nach ist es für viele dieser Menschen schwierig, ohne physischen Begegnung in Kontakt zu treten und zu bleiben.

Nur wenige ergreifen die Initiative und melden sich bei anderen. Freunde anrufen und sich z.B. zum Spazierengehen verabreden, fällt ihnen schwer. Mailen, Briefe schreiben oder gar skypen gehört häufig nicht zum erlernten Handlungsrepertoire.

Auch viele Menschen ohne Behinderung haben Probleme mit dieser Form der Kontaktaufnahme. Das wäre zurzeit aber eine Voraussetzung, um nicht zu vereinsamen.

 

So machen wir explizit darauf aufmerksam, dass wir jederzeit telefonisch erreichbar sind.

Dabei geht es um konkrete Beratungsanfragen. Aber es können sich auch alle melden, die „nur“ quatschen wollen.

Gleichzeitig rufen wir von uns aus an. Wir erkundigen uns nach dem Befinden und wollen herausfinden, ob Hilfe benötigt wird.

Schwerpunkte dieser Gespräche sind

– Unterstützung bei seelischen Tiefs/ Stärkung des psychischen Wohlbefindens

– Aufklärung

Viele aktuelle Informationen sind schwer verständlich.

– Beschäftigungsmöglichkeiten

Für das Wohlbefinden ist es wichtig, die freie Zeit befriedigend und positiv zu füllen. Weil Kontakte zu Anderen momentan wegfallen, müssen wir uns selbst sinnstiftend beschäftigen. Das fällt Menschen mit intellektueller Behinderung oft schwer. Deswegen helfen wir bei der Entwicklung von Beschäftigungsideen. Auch die Anregung zur Kontaktaufnahme zu anderen zählt dazu.

Besonders schwierig ist die momentane Situation für Familien mit Kindern mit Behinderung – speziell für Alleinerziehende. Durch die Kontaktbeschränkungen müssen sie Belastungen, Pflege und Betreuung rund um die Uhr alleine tragen und mit allen Problemen, Fragen und Ängste selbst fertig werden.

Glücklicherweise konnten wir unseren Familienunterstützenden Dienst und damit wiederum eine Form der Begegnung währen der Pandemie durchgehend fortführen. Die Mitarbeiter_innen gehen in die Familien, machen Unternehmungen mit dem Angehörigen mit Behinderung und übernehmen dabei die Betreuung.

Die Teilhabe der Menschen mit Behinderung wird durch das Verständnis der Menschen ohne Behinderung verbessert. Somit können wir uns auf neue Art und Weise begegnen.

Möglicherweise gibt es jemanden mit Behinderung in Deiner Nachbarschaft. Vielleicht ergreifst Du die Initiative und sprichst denjenigen an. Lernt Euch kennen, kommt ohne Angst und ohne Maske im Freien in Kontakt. Du könntest Deinem Gegenüber auch bei der Gestaltung der freien Zeit helfen, indem Du Bastelmaterial, eine Zeitschrift oder eine CD verleihst.

Es ist eine Chance für uns alle, wenn wir diese besondere Zeit für neue Begegnungen nutzen.

Ähnliche Beiträge

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

X