jugenddelegation_tansania-1Nach einem Jahr Vorbereitung machten wir uns am 09.08. 2014 endlich auf den Weg. Wir
trafen uns am Augsburger Bahnhof, fuhren mit dem Zug nach Frankfurt und flogen letztendlich über Doha nach Dar Es Salaam. Nach 24 Stunden Reise wurden wir schon von zwei unserer tansanischen Freunde empfangen, mit denen wir den ersten Tag in Dar Es Salaam verbrachten. Wir fuhren mit dem Dalla Dalla, einem kleinen Bus, in die Stadt und spazierten ein bisschen umher. Nach einer abendlichen Runde gingen wir früh schlafen, da wir am nächsten Tag in das 12 Stunden entfernte Dorf Tandala in der Südzentraldiözese aufbrachen.
Nach einer aufregenden Busfahrt kamen wir dort sehr erschöpft an und wurden dann aber mit einer überwältigenden Begrüßung mit Musik und Blumen für die anstrengende Reise mehr als entschädigt. Tandala sollte in den nächsten Wochen unser zweites Zuhause werden und wir fühlten uns dort ab dem ersten Tag pudelwohl.

jugenddelegation_tansania-3 Von dort aus besuchten wir die verschiedenen
Dekanate, Dekane, Pfarrer, Kirchen und Schulen, schliefen allerdings auch oft woanders. Allein in der ersten Woche besuchten wir sechs der sieben Dekanate und schliefen schon eine
Nacht in Gastfamilien in Utengule, einem sehr abgelegenen und kleinen Bergdorf, das idyllisch in den Livingston Mountains liegt. Außerdem trafen wir unsere tansanischen Partner,
von denen jeder aus einem der sieben Dekanate kam und den Leiter der tansanischen Seite, Pastor Mathayo Sanga, der uns während der vier Wochen treu und hilfsbereit zur Seite stand.
In der ersten Woche besuchten wir neben den Dekanaten, Kirchen und Schulen auch noch den Bischof in Makete, überreichten ihm unser selbstgestaltetes Altartuch und besuchten den
Gottesdienst der Kathedrale in Makete. In der nächsten Woche besuchten wir ein Waisenhaus, mit vielen AIDS-Waisen. Die Kinder sangen für uns und wir stellten viele Fragen zu dem
Waisenhaus, der Organisation und dem Hintergrund der Kinder.

jugenddelegation_tansania-2Danach spielten wir mit den
Kindern und sie genossen die viele Aufmerksamkeit. Außerdem besuchten wir wieder viele Schulen, in denen die Schüler uns viele Fragen über das Leben in Deutschland stellten. Eine
NGO besuchten wir auch, lernten ihre Projekte kennen und sahen dort auch ein präventives Theaterstück zur Aids-Aufklärung. Abends diskutierten wir über Themen wie „Gelebter
Glaube“, „Gesundheit/Krankheit“ und „Bildung“ mit den tansanischen Partnern. Ein Wochenende ging es dann in die Gastfamilien, was für uns alle eine tolle Erfahrung war.
Wir lernten die Eltern, Familien und auch noch viele Menschen aus den Dörfern kennen, halfen bei den alltäglichen Arbeiten, wie Hausarbeit, Kochen oder Feldarbeit und
Wasserholen und erlebten Tansania nochmal ganz besonders intensiv. Am Sonntag besuchten wir den Gottesdienst in den einzelnen Dörfern. Auch hier fühlten wir uns als Gäste mehr als
willkommen.
In der nächsten Woche machten wir uns auf den Weg zum Lake Nyasa, dem drittgrößten See Afrikas. Wir begannen die Wanderung schon sehr früh am Morgen, wir liefen um viertel vor sechs los und kamen gegen drei Uhr nachmittags an. Völlig erschöpft kamen wir in unserem Guest House direkt am See an und nutzten gleich die Gelegenheit schwimmen zu gehen.

_MG_2725Wir brachten unseren Partnern das Schwimmen bei, da sie noch nie so viel Wasser um sich hatten.
Die nächsten Tage verbrachten wir mit intensiven Gesprächen, schwimmen und viel Spaß. Am Abend beteten wir am Strand unter den Sternen auf Deutsch und Swahili. Nach drei
Tagen Aufenthalt machten wir uns wieder sehr früh auf den Rückweg. Zurück brauchten wir noch eine Weile länger, da es Verletzungen gab und wir eine lange Pause machten. Auf dem
letzten Stück kamen uns der Pfarrer und der Jugendbeauftragte aus Utengule entgegen, die uns extra ein Stück entgegen gekommen waren, um uns mit Kartoffeln und Tee zu versorgen.
So viel Gastfreundschaft hat uns in diesem Moment schlicht überwältigt. Nach der lang ersehnten Ankunft bekamen wir noch etwas zu Essen und fuhren dann zurück nach Tandala,
wo wir wieder wärmstens empfangen wurden. Dort blieben wir die nächsten Tage, führten Gespräche und besuchten den Jugendchor, mit dem wir dann auch am Sonntag in der Kirche
sangen.
IMG_2893An unserem letzten Tag in Tandala hatte unser Teilnehmer Michi Geburtstag und wir feierten
einen typisch deutschen Geburtstag mit unseren tansanischen Freunden mit Eierlaufen, Reise nach Jerusalem, Topf schlagen und vielem mehr. Leider war dann schon die Zeit gekommen
von unseren Partnern Abschied zu nehmen, die mittlerweile gute Freunde für uns geworden waren. Hier flossen auch ein paar Tränen, aber sie sind nun eingeladen für 2016 nach
Augsburg und wir alle hoffen und freuen uns schon auf ein Wiedersehen.
Nun machten auch wir uns auf den Rückweg, machten auf der Busreise noch einen Halt für eine Safari und fuhren dann zurück nach Dar Es Salaam. Dort besuchten wir noch den Stoffund
Schnitzermarkt und dann flogen wir schon zurück und wurden von unseren Liebsten bereits erwartet. Dass wir jetzt wieder hier sind, heißt aber nicht, dass wir uns nicht mehr mit unseren
Freunden von dort beschäftigen. Wir sind über Mail, Facebook und Handy alle miteinander verknüpft und teilen immer noch unsere Erfahrungen. Außerdem beginnt bald die Planung der
Rückbegegnung, auf die wir uns alle schon wahnsinnig freuen!
Insgesamt waren die Wochen, die wir in Tansania verbracht haben, eine so unvergessliche und beeindruckende Zeit für uns, dass wir noch gar nicht alles richtig in Worte fassen können. Zu
den eindrücklichsten Erfahrungen gehören sicherlich die überwältigende Gastfreundschaft, die uns überall entgegengebracht wurde, die Gemeinschaft die wir erleben durften und der
Einblick in das Leben und den Glauben der Menschen dort.

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