8. Mai 1945
Tag der Befreiung
75 Jahre Frieden

Heute erinnern wir uns an ein historisches Datum. Genau vor 75 Jahren wurde das Ende der deutschen Diktatur besiegelt. Die Wehrmacht unter Adolf Hitler kapitulierte. Der 8. Mai gilt als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und als Ende des niederträchtigen Holocausts gegenüber Juden, aber auch gegen Menschen mit Behinderung und anderen Minderheiten. Heute sind wir sehr dankbar dafür, dass wir im Frieden und in Vielfalt zusammenleben dürfen!

Grund genug uns heute an die Lage von damals zu erinnern. Im Rückblick können wir nur erahnen, was die Menschen im Dritten Reich erleben mussten. Dabei erinnern wir uns auch an unsere eigenen Vorfahren, die wir vielleicht nicht persönlich kennen, aber deren Leben diejenigen geprägt haben, die wir kennen.

Zurück blieben Menschen mit massiven Traumatas, schwerverletzten Seelen und teilweise vom Krieg zerfetzten und verstümmelten Körpern. Die Menschen standen inmitten eines Trümmerhaufens und wussten nicht wie es weitergehen soll. Um sie herum alles zerbombt. Die Familien völlig auseinandergerissen. Viele Männer verloren ihr Leben an den Fronten. Ganze Familien starben nach Angriffen auf die eigenen vier Wände. Entwurzelte und Vertriebene kehrten zurück, andere blieben. Sie waren wieder frei.

Neuanfang
Ein neuer Anfang war möglich. Viele unserer heutigen Senioren bauten als Kinder und Jugendliche unser Land vereint mit auf. Ehemalige Wehrmachtsanhänger und -gegner rauften sich zusammen und wagten einen gemeinsamen Aufbruch. Die überlebenden Menschen lagen sich in den Armen und halfen sich gegenseitig. Sie erkannten gemeinsam: Krieg kennt keine Gewinner.

Mutiger Nachfolger
Fast genau einen Monat vorher wurde der Widerstandskämpfer und Theologe Dietrich Bonhoeffer auf persönlichen Befehl von A. Hitler im Konzentrationslager Flossenbürg gehängt.
Er versuchte bis zum Schluss in allen Dingen für das von Gott geschenkte Leben für alle Menschen einzutreten und ermutigte sogar seine Mitinsassen im Gefängnis mit Gottes Wort. In seinem Buch „Nachfolge“ (Druck: 1937) erzählt er von seiner Überzeugung, wie wichtig und herausfordernd es ist, Jesus nachzufolgen. (Hier noch mehr Interessantes zu seinem Leben).
Von seiner Evangelischen Kirche erhielt er damals keine Unterstützung. Sie folgte dem Regime. Im Jahr 2020 bekennt sich die Evangelische und die Katholische Kirche in Deutschland zu ihren Versäumnissen und zu ihrer Schuld.

Erinnern hilft wachsam zu sein
“Weil ich dankbar bin für das Wunder der Versöhnung, stehe ich vor Ihnen und wünschte, sagen zu können: Unser Erinnern hat uns gegen das Böse immun gemacht”, sagte Bundespräsident Frank Walter Steinmeier am 23.01.2020 in Yad Vashem (Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem/Israel) anlässlich der Befreiung von Auschwitz.

Er erkennt, dass dem nicht so ist. Doch wir verschließen die Augen nicht, sondern sehen, dass auch jetzt, ganz aktuell Menschen ausgegrenzt, herabgesetzt oder gar diskriminiert werden.

Nach der Befreiung schworen sich alle „Nie wieder“. Damit wir das gemeinsam schaffen, sind wir alle aufgerufen wachsam zu sein.

Wachsam über unsere Demokratie.
Wachsam über die Nächstenliebe für alle Menschen.
Wachsam über uns selbst.

Wehret den Anfängen! Nie wieder!

 

Herzliche Einladung!
Aktuelle Angebote zum Thema

Andacht – Erinnerung an 75 Jahre Frieden in Europa
https://www.ej-augsburg.de/?p=8058

Film-Gottesdienst über Dietrich Bonhoeffer
Sonntag, 10. Mai
Der Gottesdienst ist bis 13. Mai online abrufbar https://www.youtube.com/channel/UCQo8vruP9Co4t31Snipm4qg/videos
Veranstalter: Immanuelkirche Diedorf

 

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