Führungszeugnisse und Unbedenklichkeitsbescheinigungen für Ehren- und Nebenamtliche in der Jugendarbeit

Weißt du bescheid?

Der §72a SGB VIII

Wir haben schon öfters und in verschiedenen Kreisen darüber gesprochen. Nun kommt es endlich zur Umsetzung des seit 01.01.2012 gültigen Gesetzes aus dem Sozialgesetzbuch.
Was passiert gerade?
Die Jugendämter in unserem Dekanat sind gerade dabei, alle Jugendverbände, Vereine und Kirchengemeinden anzuschreiben. Diese sind aufgefordert einen Vertrag zu unterschreiben, in dem sie sich zur Prüfung der Führungszeugnisse ihrer Haupt-, Neben- und Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit verpflichten. Dazu zählen jeweils nur Mitarbeiter, die in der jeweiligen Maßnahme der Jugendarbeit (Freizeit, Kinder- oder Jugendgruppe, Übernachtung, …) in einer Leitungsfunktion tätig sind (beaufsichtigen, betreuen, erziehen oder ausbilden) und ihnen ein intensiver Kontakt zu Minderjährigen möglich ist.

Was heißt das für dich?

Wenn du in dieser Form Jugendarbeit betreibst, wirst du zukünftig dazu verpflichtet, alle 5 Jahre ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen. Deine Kirchengemeinde oder das Jugendwerk wird dich über den weiteren Verlauf informieren – BITTE BEANTRAGE NICHT SELBSTÄNDIG EIN FÜHRUNGSZEUGNIS!
In den meisten Fällen ist es möglich, statt einem Führungszeugnis eine sogenannte „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ vorzulegen.
Welche Schritte sind dafür nötig?

  1. Zunächst muss deine Kirchengemeinde (oder wir) auf dich zukommen.
  2. Du erhälst eine Bestätigung, dass du ehrenamtlich für die Evangelische Kirche tätig bist. Nur damit ist eine kostenfreie Beantragung des Führungszeugnisses möglich!
  3. Mit dieser Bestätigung gehst du zu deinem Rathaus bzw. Ordnungsamt. Dort beantragst du ein „erweitertes polizeiliches Führungszeugnis“, dass dir kostenfrei nach Hause zugesendet wird.
  4. Wenn du das Führungszeugnis erhalten hast, kannst du es im Rathaus, Ordnungs- oder Jugendamt evtl. gegen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung „tauschen“. Diese hat den Vorteil, dass diese ein „Negativbescheid“ ist. Das heißt, damit wird bestätigt, dass du keinen Eintrag im Führungszeugnis zu den für uns relevanten §§ hast. Restliche Einträge kann damit ebenfalls niemand einsehen! Außerdem darfst du dieses Dokument auch mailen oder faxen!
  5. Du legst dein Führungszeugnis oder die Unbedenklichkeitsbescheinigung in deiner Kirchengemeinde (oder bei uns) vor. Bei wem genau, werden wir dir persönlich mitteilen. Wir dokumentieren die Vorlage, damit wir „geprüfte“ von „nicht-geprüften“ Mitarbeitern unterscheiden können – dabei wird kein Eintrag dokumentiert! Außerdem sind deine Daten vor anderen geschützt!
  6. Für die nächsten 5 Jahre ist damit alles erledigt. Nach 5 Jahren musst du erneut ein Führungszeugnis vorlegen, wenn du noch ehren- oder nebenamtlich tätig bist.

Worauf muss ich achten?

  • Dein Führungszeugnis darf bei Vorlage (oder beim „tausch“ gegen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung) nicht älter als 3 Monate sein!
  • Das Führungszeugnis gehört dir! Du behältst es, schließlich musst du es eventuell bei verschiedenen Stellen vorlegen! (Gemeinde, Jugendwerk, Sportverein,…)
  • Wenn du Fragen zum Ablauf, zum Datenschutz oder ähnliches hast, wende dich bitte direkt an deine Gemeinde!

Sonst noch was?

Das beschriebene Verfahren gilt zunächst nur für den §72a SGB VIII. Die Evangelische Kirche in Bayern empfiehlt ihren Gemeinden und Einrichtungen jedoch, dass wir auch für die kirchlichen Bereiche entsprechend des Gesetzes Führungszeugnisse einsehen. Deshalb wirst du eventuell auch für die Konfi- Arbeit, Kindergottesdienste, Kirchenkino oder ähnliche Veranstaltungen das Führungszeugnis vorlegen müssen. Jede Gemeinde prüft dich jedoch nur einmal! Unter Umständen musst du im Jugendwerk jedoch erneut ein Führungszeugnis vorlegen, wenn du dort als Mitarbeiter tätig wirst!

Wenn du Fragen hast…

…dann zögere nicht zu fragen! Alle allgemeinen Informationen erhältst du bei den Referenten im Jugendwerk, die Details für alles vor Ort von deinen Hauptamtlichen in der Kirchengemeinde!

…und übrigens…

Das Gesetz schützt nicht vor Übergriffen und Missbrauch, sondern ergänzt die bestehenden Präventionsgesetzte um einen weiteren formalen Schritt.
Dennoch halten wir die Schulungen zu „Bei uns nicht!?“ und das Besprechen des Verhaltenskodex vor jeder Maßnahme für unumgänglich!
Nur so können wir den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen einen sicheren Raum bieten, indem sie sich frei entfalten und bewegen können.

Bei allen Fragen kannst du dich jederzeit an die Vertrauensleute wenden:
vertrauensleute@ej-augsburg.de

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