Unsere tansanischen Freunde zu Besuch in Augsburg

So sieht gelebte Partnerschaft aus!

Im Jahr 2014 brachen sieben Jugendliche aus verschiedenen Gemeinden des evangelischen Dekanats Augsburg in die Südzentraldiozöse in Tansania auf. Dort erlebten die Jugendlichen vier Wochen voller Ausflüge in die verschiedenen Dekanate und lernten die tansanischen Austauschpartner kennen. Gemeinsam erkundeten die beiden Gruppen die örtlichen Märkte, kochten, wanderten durch die Livingston Mountains und hatten zusammen jede Menge Spaß. Auf dem Tagesprogramm standen aber auch spannende Besuche in Einrichtungen, wie Schulen, Waisenhäusern, Kindergärten, Krankenhäuser und bei sozialen Organisationen. Spätestens nach der Gastfamilienzeit kamen starke Freundschaften zustande.

Brezn mit Nutella und Salami

Im August war es endlich soweit, unsere tansanischen Austauschpartner flogen zu uns nach Augsburg, und wurden typisch Deutsch mit einem Grillfest begrüßt. Daraufhin ging es ans Kennenlernen, denn beide Gruppen hatten sich seit dem Tansania-Aufenthalt vor zwei Jahren, stark verändert. Deshalb blieben wir die ersten Tage im Jugendhaus Lehmbau und lernten durch gemeinsames Kochen, Spielen, Singen immer wieder etwas Neues dazu. Abgesehen davon standen natürlich noch tausend andere Dinge auf unserem Zeitplan. Z.B. eine interessante Insider-Führung durch die Augsburger Innenstadt, oder aber eine aufschlussreiche Weltladenführung. Außerdem waren wir gemeinsam auf dem Augsburger Friedensfest, im botanischen Garten, bei einem Bauernhof, in der Lutherstiege, in verschiedenen Gemeinden, und im schönen Allgäu. Bei all diesen Unternehmungen wurden immer mehr Freundschaften geknüpft, kritische Fragen gestellt, und jede Menge rumgealbert. So konnten unsere tansanischen Gäste beispielsweise bereits sehr bald den Satz: „Ich mag Brezn mit Nutella und Salami“ und wussten, dass sie sich in AugSCHburg befinden. 😉

Familylife

Auch eine Gastfamilienzeit durfte nicht fehlen! Deswegen hatten wir einfach mal zwei davon, wo unsere Tansanier mal ein Familienleben, mal eine Studentenbude kennen lernen konnten. So sahen sie unseren Alltag, gingen mit uns Eis essen, Sport machen, in den Gottesdienst, Bowlen, und noch vieles mehr. Nach dieser spannenden Zeit, die jeder ein bisschen anders gestaltet hatte, trafen wir uns dann alle wieder in einem Augsburger Hostel.

Eine gemeinsame Abschlussevaluation und ein schöner Abschiedsgottesdienst rundeten diese Rückbegegnung wundervoll ab. Und obwohl am letzten Tag einige Tränen verdrückt wurden, sind doch alle froh dabei gewesen zu sein.

So haben wir nämlich vieles über die zwei Kulturen mit dem einen Glauben gelernt, die gar nicht so gegensätzlich sind, wie man vielleicht denkt.

(Text:Dorothea Gruninger, Teilnehmerin der Jugendbegegnung)

Mein persönlicher Eindruck:

Es ist schwierig das Gefühl dieser Begegnung in Worte zu fassen. Am besten lässt es sich wohl in einzelnen Momentaufnahmen einfangen: Der neue Blick auf alltägliche Dinge, den man bekommt, wenn man in einem Aufzug oder auf einer Rolltreppe steht und sieht, wie unsere Gäste sich kaputt lachen. Der Moment, wenn man erklären soll, wie genau der Mechanismus der Industriespülmaschine funktioniert oder einem faszinierten Bericht zu der Maschine, die morgens extra zum Reinigen der Straße kam, lauscht. Aber auch die Momente, in denen man spannende Einblicke in die tansanische Gesellschaft bekommt, sich darüber austauscht wie junge Menschen ihre Träume und Pläne anpacken, wie sie Beziehungen führen und mit welchen Herausforderungen sie in den verschiedenen Ländern umgehen müssen. Momente in denen man etwas anvertraut bekommt, sich Musikvideos tansanischer Rapper auf YouTube ansieht oder gemeinsam abends noch ein Lied singt. Ein Gefühl der Gemeinsamkeit, wenn man feststellt, dass unsere Gäste genau das während ihrer Wochen hier vermissen, was wir vor zwei Jahren vermisst haben: Die Familie, die Freunde und das heimische Essen. Und der Moment, wenn ein paar Wochen später auf dem Handy eine Nachricht aus Tansania ankommt, die mit vielen Herzchen-Symbolen verkündet, dass man vermisst wird. Die Jugendbegegnung hat nicht nur neue Perspektiven eröffnet und den Horizont erweitert, sondern vor allem auch neue Freundschaften geschaffen. Und dafür sind wir dankbar – allen, die diese Begegnung ermöglichen, unseren Partnern für ihre Offenheit und Freundschaft und für Gottes Segen, der über allem steht.

(Text: Vera Dittmann, Teilnemerin der Jugendbegegnung.)


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